Wege zur Selbstbestimmung
und Verantwortungsübernahme- Stufenkonzept


„Ich habe begriffen, dass Kinder eine Macht sind, die man zur Mitwirkung ermuntern und durch Geringschätzung verletzen kann“ (Janusz Korzcak) Selbstbestimmung und Partizipation Wir wollen den jungen Menschen einen Möglichkeitsraum für demokratische und emanzipatorische Mitwirkung zur Verfügung stellen, damit sie einen Sinn für Gemeinschaft, Verantwortungsübernahme und Empathie entwickeln können. Die entstandenen Gremien des Institutes sind das vorläufige Ergebnis eines 10jährigen Prozesses um diese Zielstellung. Ähnlich wie A.S. Neill in Summerhill mit seiner „Selbstregierung“ oder Janusz Korczak in Warschau mit seiner „Selbstverwaltung“ oder wie der umstrittene A.S. Makarenko in der damaligen Sowjetunion mit seiner „Vollversammlung“ wollen wir die jungen Menschen zur Mitwirkung, an der Gestaltung ihrer eigenen Lebensbedingungen anhalten. Zurzeit gibt es drei Gremien: Der Volkskonvent: Am Freitagnachmittag treffen sich alle Institutsangehörige (Kinder, Jugendliche Erwachsene) und diskutieren, beraten und beschließen über anstehende Themen, die das Gemeinschaftsleben im Institut angehen. Jedes Mitglied, gleichgültig wie alt es ist, hat das Recht Anträge zu stellen und von seinem Stimmrecht Gebrauch zu machen. Der Konvent wird von drei gewählten Jugendlichen geleitet. Sie erstellen die Tagesordnung, haben die Gesprächsführung und leiten die Abstimmungen. Hier haben auch kulturelle Beiträge einen zentralen Stellenwert, denn Aufheiterndes und Humorvolles darf nicht zu kurz kommen. Unsere bisherige Erfahrung bestätigt die Einschätzung aus Summerhill, dass die Zustimmung gegenüber der Demokratie erstaunlich ist: „Die Selbstverwaltung hat einen unendlich großen erzieherischen Wert.“ (A.S. Neill) Der Rat der ‚Ältesten‘: In etwa vierzehntägigen Abständen treffen sich fünf aus der Mitte des Volkskonvents bestimmte Jugendliche mit der Institutsleitung, um sich über aktuelle Probleme und Themen zu beraten. Lösungsvorschläge werden vertrauensvoll erarbeitet und auf den Weg gebracht. Der Rat der ‚Weisen‘: Dieser Rat trifft sich im Bedarfsfalle, wenn jemand der Kinder und Jugendlichen einen Rat sucht, weil es bei demjenigen z.B. festgefahrene Entwicklungen, Schulprobleme oder Konflikte gibt. Dabei müssen sich die Ratsmitglieder (sieben Jugendliche, Institutsleitung und eine Person aus der Mitarbeiterschaft) in die Lage der Ratsuchenden versetzen und möglichst konkrete und umsetzbare Ratschläge erteilen. Ob der Ratsuchende diese annimmt oder verwirft bleibt diesem überlassen. Inzwischen wird der ‚Rat der Weisen‘ sogar von einer größeren Anzahl von Jugendlichen von außerhalb des Instituts gerne angenommen.
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Institut für Heilpädagogik und Erziehungshilfe